Kamerun 2. Projekt März 2009
Kamerun 2. Teil März 2009
Am 08. März 2009 ging es los. Ich, Bernhard, startete von Düsseldorf und Manfred von Frankfurt. Planmäßig sollte ich um 11.35 h in Zürich landen und um 12.30 h zusammen mit Manfred den Anschlussflug nach Yaounde nehmen. Es kam leider etwas anders und ich landete, wie ich mit Erschrecken feststellte, erst um 11:50 h und zu allem Überfluss war an der Sicherheitskontrolle eine Riesenschlange. Also rief ich Manfred an, der schon auf mich wartete und wir gingen als letzte an Bord. Der Flug verlief problemlos, bis auf den Umstand, dass mein integriertes Videodisplay leider defekt war. Am Flughafen von Yaounde wurden wir von Elias BEIDI, dem Präsidenten von CODEBO abgeholt, der uns ins Hotel brachte, wo wir uns kurz frisch machen konnten. Zum Abendessen gingen wir mit ihm Fisch essen. Das Restaurant glich einer übergroßen Garage mit drei offenen Kaminen, wo der Fisch gegrillt wurde. Es roch köstlich. An dem Tag war auch der International Frauentag und dieser wurde ausgiebig an jeder Straßenecke gefeiert. In unserem Restaurant war laute Musik, die Frauen hatten alle Gewänder extra zum internationalen Frauentag an und tanzten ausgelassen. Wir teilten uns einen großen kompletten Fisch, mit – ich glaube es waren Planteen (gebratene Bananen) und Bisi-Bisi (scharfes Zeug). Elias BEIDI versprach, am nächsten Morgen um 7h ins Hotel zu kommen und uns unsere Flugtickets für den Inlandsflug vorbeizubringen. Sein Bruder Robert BEIDI sollte uns dann zum Flughafen bringen und wir wollten noch zur Bank, da wir beide kein Geld gewechselt hatten.
09.03.09 Am nächsten Morgen gingen wir um 7.30 h zum Frühstück aber Elias war noch nicht da gewesen. Wir waren „not amused“. Glücklicherweise kam er um 8.00 h – mit den Flugtickets. Um 9.00 h kam dann Robert. Da aber in Yaounde extrem viel Verkehr war und wir schon um 10.25 h am Flughafen sein wollten, kamen wir leider nicht zur Bank.
Am Flughafen angekommen erwartete uns schon die nächste Herausforderung. Zum ersten standen wir nicht auf der Liste, was aber nach etwa 15 min geklärt war und zum anderen waren statt 23 kg pro Koffer für den Inlandsflug nur 20 kg pro Koffer zugelassen. Aber als Robert dem Mann am Check-in-Schalter finanzielle Argumente darlegte, war auch dieses Problem ein gelöstes. Bei der Sicherheitskontrolle wollten sie Manfred’s Whiskey konfiszieren. Als er dann sein auf französisch verfasstes Schreiben mit seiner Tätigkeitsbeschreibung vorwies konnte er endlich passieren. In Maroua sollte uns Roland ZIEBE abholen. Nach ca. 1,5 Stunden kamen wir im gefühlten 15 Grad wärmeren aber wesentlich trockeneren Maroua an. Niemand war da. Manfreds Laune sank erheblich. Ich entschied mich dazu das ganze zwar aufregend zu finden aber gelassen und mit Humor zu nehmen. Nach etwa 10 min kam Gabriel ein Freund von Roland um uns abzuholen. Er fuhr uns nach Maroua und brachte uns erst einmal in sein Stammlokal, wo wir ein extrem zähes Hähnchen mit Gemüse und ein Bier genießen durften, während wir auf die Ankunft von Roland warteten der noch unterwegs von Garoua nach Maroua war. Nach etwa einer Stunde trafen wir dann Roland und zumindest Manfred konnte bei ihm etwas Bargeld wechseln. Ich hatte immer noch kein Geld, da ich erstens relativ wenig Bargeld und 2. ansonsten nur meine Visa-Card dabei hatte (Das passiert, wenn man sich auf die Aussagen anderer verlässt). Manfred drängte nun noch im Hellen in Kaele anzukommen, also brachte Roland uns zur Busstation von Danay Express. Wir ergatterten die letzten 2 freien Plätze. Es war ein Kleinbus und das Gepäck wurde auf das Dach geschnallt. Ich gab meinen Fotorucksack allerdings nicht aus den Händen und nahm ihn mit rein. Ich hatte noch relatives Glück, da ich mit noch einer Person direkt neben dem Fahrer auf einem kleinen Klappsitz platz nehmen konnte. Ich hatte zwar nur Platz für ein Bein dafür aber oben rum mehr Platz. Manfred dagegen musste sich in eine Reihe mit vier nicht gerade schmalen Personen quetschen, wobei er nur halb auf einem Sitz saß und sonst auf der Ritze. Wir kamen nach gut eineinhalb Stunden völlig fertig und natürlich im Dunklen an, wo wir aber herzlich von den beiden Direktoren der Gymnasien Nyeyambe und Wasel empfangen wurden. Sie brachten uns in unser Hotel wo wir uns endlich frisch machen und ein bisschen ausruhen konnten. Der Abend klang mit einem netten Abendessen im Circuit bei Solange (es gab Hähnchen :-)) und einer Lagebesprechung aus und wir sanken erschöpft in unsere Betten.
10. Mrz. 2009 Nach einem frühen Frühstück bei Solange - ein leckeres Omelette mit Zwiebeln, Chili und Brot - gingen wir zuerst in eine Fortbildungseinrichtung für Frauen in Kaele um nach einem Gespräch mit dem Direktor evtl. Interessenten oder Lehrer für unser Projekt zu finden. Spontan meldete sich niemand. Wir werden morgen noch einmal nachfragen. Wir fuhren dann ins Gymnasium nach Boboyo, 15 min von Kaele entfernt. Dort packten dann nach Manfreds Anweisungen und unter Aufsicht von Nyeyambe und Jaques, dem IT-Lehrer die computerinteressierten Schüler die vier Paletten mit PCs, Monitoren und Zubehör aus. Wir staunten nicht schlecht, als wir In zwei der Palleten Futter für Mäuse und eine verschimmelte Papaya fanden. Diese Sachen waren in Deutschland noch nicht drin. Nach der Bestandsaufnahme stellte Manfred fest, das wohl 9 Computer auf dem Beförderungsweg unter Aufsicht von CODEBO verloren gegangen waren. Wir teilten also die restlichen Geräte auf die 2 Schulen auf bevor es zum nächsten Schritt ging. Die PCs und Monitore mussten alle gereinigt werden. Unter Manfreds Anleitung reinigten die Schüler jedes Gerät und nach dem der Computer-Raum gesäubert war, wurden diese dann aufgestellt. Um 15 Uhr war die Arbeit für den Tag getan und wir fuhren zurück ins Hotel. Da ich immer noch kein Geld hatte fragte ich den deutschsprechenden Sohn des Managers ob er eine Chance sehe wie ich an Geld komme. Er und Josef unser Lieblings-Kellner des Hotels wollten für mich beim Buchhalter des Geschäftes nebenan einen Umtausch organisieren. Leider war er grade nicht da und tauchte auch im Laufe des Abends nicht auf. Ok, immer noch kein Geld, aber bisher hab ich ja auch keins gebraucht. Vorsichtshalber hat mir Manfred schon einmal 50 Euro zum tauschen geliehen, so das ich insgesamt 80 Euro habe. Um 19 h wurden wir von Nyeyambe zum Abendessen abgeholt, diesmal kein Hähnchen, sondern Kartoffeln und Gemüse und Chili. Zum Nachtisch gab es eine Mango. Das absolute Highlight des Tages.
Um 21 Uhr haben wir den Tag für beendet erklärt und waren auf unseren Zimmern. Ursprünglich dachte ich, ich hätte wegen der hohen Decke keine Möglichkeit mein Moskito-Zelt zu installieren. Aber nachdem ich 4 Moskitos erschlagen und innerhalb von 2 Stunden 3 Stiche kassierte kam mir die Erleuchtung. Ich spannte eine Schnur – ich hatte Packkordel eingepackt von der Gardinenstange zum gegenüberliegenden Holzschrank und befestigte in der Mitte das obere Ende meines Moskito-Zeltes. Der Rest der Nacht war herrlich angenehm.
11. März 2009
Da Nyeyambe heute um 8 Uhr ein Meeting hatte, sind wir bereits um 7:15 h frühstücken gegangen. Für mich viel zu früh. Anschließend besuchten wir wieder die Fortbildungseinrichtung für Frauen um nach der Resonanz zu fragen aber außer dem Lehrer schien keiner Interesse zu haben. Es lag vielleicht auch daran, das sie zumindest ein klein wenig Englisch verstehen sollten. Grundsätzliches IT-Interesse ist wohl vorhanden, denn als wir ankamen, saßen 16 Frauen vor den vorhandenen 4 Computern. Mit einem Abstecher über den Markt um uns mit Wasser und Mangos zu versorgen fuhren wir dann nach Boboyo. Dort verließ uns Nyeyambe wieder und wollte uns gegen 15 h wieder aufsammeln. Wir riefen also Jacques und die Schüler wieder zusammen. Manfred hatte sich morgens vom Hotel 3 Messer ausgeliehen um damit die Tastaturen zu säubern. Nun erklärte er allen, wie die Tastaturen und Mäuse zu reinigen waren. Im Computer-Raum erklärte er Jacques die Anschlüsse an den Strom und von Tastatur, Maus und Monitor. Nach dem erklärten Muster sollte Jacques die restlichen Geräte anschließen. Als wir die Geräte auf ihre Funktion prüfen wollten, mussten wir leider feststellen das es zur Zeit keinen Strom gab. Wie sich herausstellte, war dies in der ganzen Umgebung von Boboyo und Kaele der Fall. Also widmeten wir uns weiter der Bastelarbeit. Manfred erklärte dann anhand einer Tastatur sozusagen als „Trockenübung“ (weil kein Strom) die grundlegenden Funktionen der Tastatur während Jacques für die Schüler dies in Französisch übersetzte. Zu Mittag bereitete uns Maria die mitgebrachten Mangos zu und machte uns einen Tee. Manfreds Magen mochte diese Sorte Tee wohl nicht oder er war zu stark, denn er vertrug ihn nicht gut. Nach der Mittagspause waren war keiner mehr da; außer Jacques und Elias. Wir hatten aber noch jede Menge zu tun. Um Steckdosen zu sparen bastelte Manfred mehrere Y-Verbindungsstücke um PC und Monitor auf einer Steckdose laufen zu lassen. Anschließend befestigten wir die Steckdosen an den Tischen. So verging der Nachmittag. Es wurde 15 h und 15.30 h aber kein Nyeyambe in Sicht. Schließlich um 16.30 kam er und brachte uns zum Hotel. Ich fragte direkt noch mal bei dem Sohn des Managers nach meiner Geldwechsel-Möglichkeit und tatsächlich, ich konnte endlich mein Geld eintauschen. Neben den Mangos und das 2. Highlight des Tages. Bis zum Abendessen haben wir dann geschlafen. Um 19 Uhr wurden wir zum Essen abgeholt und ließen bei Reis mit Fleischstückchen und Soße den Tag mit einer Lagebesprechung ausklingen.
13.3.2009 bei 09:56
Das ist alles Abenteuer pur. Ob man auch beneiden oder bedauern soll, weiss ich noch nicht. Für das Projekt zumindest würde ich mich für bedauern entscheiden, für Eure Erlebnisse eher auf beneiden, denn in unserer geordneten Welt in Deutschland ist so etwas ja nicht wirklich vorstellbar. Ich hoffe aber auf einen guten Abschluss.